Abschiedskonzert Singflut-

Premiere Singflutkids

Singflut – eine verdammt schöne Zeit.

Als ich das Email mit der Anfrage für das Abschlusskonzert las, war ich traurig, doch freute ich mich darauf noch mal mit dem Chor proben und singen zu dürfen.

So fuhr ich noch mal für 1 Jahr, jeden Donnerstag 20.00 Uhr zur Chorprobe nach Riedlhütte – Treffpunkt: Pfarrsaal.

-lang nicht mehr gesehen, alle fest gedrückt und alles war wie immer….img_6203

Sepp hat von uns nie viel verlangt, für ihn war es wichtig, dass er sich auf uns verlassen konnte. Wer’s am Anfang nicht gleich geschnallt hat, dem wurde es unverblümt gesagt (so war’s bei mir z. Beispiel *Frau Unpünktlich*) und dann sollte aber die Chorkiste laufen….und sie lief richtig gut!
Wir waren nicht nur Sänger, Sepp sorgte stets für ein kameradschaftliches Chorklima und das wurde auch von ihm fürsorglich gehegt und gepflegt.
Gemeinsame Events, Musicalreisen, Grillpartys, Ausflüge, Konzerte, CD- Produktionen, …wann immer Sepp bereit war etwas zu machen, wir waren es auch.

Es blieb lediglich die Frage – Wer etwas macht….

Das Niveau der Chorliteratur stieg im laufe der Jahre an, genauso aber auch die Mitgliederzahl. Die Leute kamen und wer bei Singflut anfing, sang gerne mit, solange es die familiäre Beschaffenheit, Schule, Beruf zeitlich zuließ. Die Leute gingen aus Gründen wie Studium, oder Beruf, – familiäre Gründe gab es selten, da die Familien der Chormitglieder in die Choraktivitäten ganz selbstverständlich involviert wurden. Alles war möglich, denn Chor hatte Priorität…
Die Männer fuhren uns die noch ganz kleinen Kinder hinterher, spielten Babysitter, oder waren dabei. Man war sich ja nicht fremd, man kannte –WER zu WEM, die Kinder kamen dann selbstverständlich mit dazu….die gerundeten Bäuche saßen am Donnerstagabend beim Proben nebeneinander….Getreu dem Motto: Aha, die nächste ist dann XY.
… und beim nächsten Event war halt die Chorfamilie wieder um ein oder zwei Köpfchen größer geworden. Unsere Familien verkauften Eintrittskarten, bestuhlten Hallen -ein riesiges Miteinander….wie die Rädchen in einem gut funktionierenden Uhrwerk.

Wer einmal ein Singflutkonzert besuchte, der weiß, dass Sepp wert legt auf Organisation. Was planbar war/ist, wurde nicht dem Zufall überlassen….
Ein Organisationsgenie, denn so wie die Konzerte von vorne bis hinten durchorganisiert waren, wurden auch Chorevents und Ausflüge geplant. Er ließ es uns so richtig gut gehen…. -Essen, Trinken, Unterkunft, Freizeitaktivitäten….und nebenbei „Melodien die die Welt nicht braucht“ – alles wurde rauf und runter gesungen und von Ihm begleitet…. – bis oft in die frühen Morgenstunden.

Anfangs war es Routine, dass nach der Chorprobe noch das Stammwirtshaus aufgesucht wurde. Gemeinsame Stunden schweißten uns zusammen und sorgten für Erinnerungswerte.
So wurden wir sesshaft, haben uns verheiratet bekamen unsere Kinder- und setzten immer wieder unsere Prioritäten neu. Eine tolle Zeit….

Die Zeiten änderten sich, da waren nun die Kinder, die Arbeit, wir wurden älter und müder- und als erstes Symptom gab es keine Wirtshausbesuche mehr nach den Proben. Donnerstag hin zu den Chorproben und schnell wieder heim. Müde und überreizt vom Tag saßen wir um unseren Chorleiter, der uns immer wieder für anspruchsvolle Chormusik motivierte, begeisterte und Disziplin anmahnte.
Wenn es zeitlich gar nicht mehr ging, sei’s wegen Studium, Beruf, oder usw. verabschiedeten wir uns schweren Herzens vom Chor,……super war das Ding mit der Hintertür,….
Die Zusage, dass man immer einspringt wenn Not am Mann bzw. im Register sei. So war es auch bei mir. Ich beendete meine Chorlaufbahn und war jedes Mal überglücklich wenn ich aushelfen durfte.

Sepp war da….20 Jahre jeden Donnerstag! Chorleiter, Eventmanager, Leithammel mit allem was dazugehört. Auch er gestand es sich dann irgendwann mal ein, neben den ganzen Proben, Events und Planungen müde geworden zu sein- Es war Zeit für diverse Veränderungen.

So wurde Singflut ein Verein.

Die Vorstände Tanja Frank und Martin Roth – entlasteten Sepp bezüglich Organisation und Ausführung diverser Events.

Er wollte sich lediglich noch auf seine Chorleiterrolle beschränken.
Doch nach einem unvorhergesehenen gesundheitlichen Ereignis, war es an der Zeit einen Gang runter zu schalten…. -

Es wollte ihm reichen, lediglich zu singen nicht mehr zu führen und zu leiten.
Er gab seine Chorleiterrolle ab an Roman Wirthl.

Roman Wirthl war dem Chor bekannt, und diese Verbindung funktionierte, doch auch ihm war es zeitlich nicht möglich den Chor dauerhaft zu führen.

Die Chorleitung ging weiter an Alexander Grassl. -

Die Chorleiterrolle haben sicherlich beide im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfüllt…., doch nicht nennbar war da diese Lücke- es wollte nicht wirklich passen….ja warum wohl?

Sepp scharte seine Sänger um sich und begeisterte sie immer wieder auf’s Neue für seinen! Chor. Singflut war niemand anderen Chor und als er sich dazu entschied, den Chor an einen anderen Chorleiter weiterzureichen um sich in die Sängerreihen zu setzen……

…warteten die Sänger darauf, dass es sich der Sepp, (ja weil halt auch Zeit vergeht und alles wieder ein bissal anders wird….) evtl. noch mal durch den Kopf gehen lässt und sich wieder auf seinen Chorleiterstuhl setzt!…

Und das hat er dann auch gemacht…-

Er setzte sich noch einmal auf den Chorleiterstuhl-,…um auf ein Abschiedskonzert zu proben und diese tolle Zeit anständig zu beenden.

Danke für dieses wundervolle Jahr und ganz ehrlich….
….auch ich begrub die Hoffnung nie – bis zur letzten Chorprobe…

Zu schön waren die Proben im letzten Jahr und die Rückblicke auf unsere gemeinsame Zeit….

Aber letztendlich gilt es zu akzeptieren.
Die Entscheidung war Sepp’s Mut zur Lücke und die Lücke:

Sepp Scholz –als Chorleiter – und Mensch- das Gesamtpaket in einer riesigen Wohlfühlzone!

Das was er uns, – seinen Menschen/Sängern jeden Donnerstag gab, und was nun jeder einzelne von uns am Ende vermisst. Der eine mehr, der andere weniger….

Was bleibt-

Für das Publikum natürlich die CD-Produktionen und die Erinnerungen an die Konzerte.

Für den Chor-…
Erinnerung an unglaublich tolle Momente, Ausflüge, Events, Fotos die diese nicht verblassen lassen und wach halten. Ein Chortagebuch gefüllt mit skurrilen Aufzeichnungen- hier wurde akribisch festgehalten, wer zu spät zur Probe kam, wer gerade mal wieder schwanger war, wessen Bierflasche während der Chorprobe umfiel, mein Zugfahrticket-Fauxpas und mein anschließender Hilferuf an „Sääääääääpp!“ und ob wir noch „Ansitzen“ gehen und wie lange wir dann durchhielten und gesessen sind, die Lieder die wir bis in die frühen Morgenstunden sangen … usw. Ein Büchlein, das genauso wie unsere Köpfe, -randvoll ist mit Erinnerungen…..und lustigen Schmarrn, auf den man halt kommt, wenn man freundschaftlich miteinander verbunden ist. -

img_6201
Lieber Sepp….

Eine unglaubliche Leistung, deine Arbeit als Chorleiter außergewöhnlich und menschlich für den Chor Singflut und die Menschen die dich all die Jahre begleiteten –

-nicht ersetzbar!!

Ich wünsche dir mit deinen Singflut-Kids alles Gute und viel Erfolg. Dass diese jungen Menschen – unsere Kinder ebenso von dir lernen wie wir lernen durften. –

Chorisch aber auch menschlich ….

So macht Euch auf, auf eine gemeinsame Fahrt- und ich weiß, dass es eine gute und verdammt tolle Fahrt werden wird- …..Viel Glück Euch….

Danke Sepp

und hier noch Bilder rund um’s Konzert:

img_6149 img_6150 img_6152

….Blick auf die Uniform

img_6158 img_6156

 

…Einstimmung auf das Konzert…. ;-)

img_6160 img_6163

Guddis die von Herzen kommen….(danke Bettina)

img_6164 img_6165 img_6174

…und so geht’s weiter….

img_6172

…auch wenn sich manche Dinge nie ändern….Gott sei dank…

img_6185 img_6177

Danke Sepp….

img_6203

****

logo

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *